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TRABERGESTÜT SEIT 1887

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Berufsbild Pferdewirt Schwerpunkt "Trabrennfahrer"

Der Beruf des Pferdewirtes mit dem Schwerpunkt Trabrennfahren ist besonders verantwortungsvoll, denn dem Berufsfahrer werden wertvolle Rassepferde anvertraut. Dieser Beruf ist beglückend und hart. Das Glück liegt im ständigen Umgang mit den Pferden, die unter seiner Führung und mit seinen Hilfen alle Kräfte entwickeln sollen, um große Leistungen zu vollbringen. Er ist verantwortlich dafür, dass sie im Training und Rennen nicht über ihre Kräfte und Fähigkeiten gefordert werden, sondern durch seine Pflege und Fürsorge ihre Gesundheit und Leistungsbereitschaft behalten und ihr Vertrauen zu den Menschen bewahren. Trabrennen sind Leistungsprüfungen. Neben den im Galopprennsport geprüften Vollblutpferden sind Traberpferde die Pferderasse, für deren züchterische Beurteilung ein einwandfreier Wertmaßstab in ihren Rennleistungen vorliegt, werden damit zugleich doch auch Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Temperament und Ausdauer geprüft und mit den Trabrennen eine ständige und harte Auslese betrieben.

Aufgabe der Trabrennvereine ist es, durch Veranstaltung von Trabrennen die Voraussetzungen für diese Auslese zu schaffen und durch Ausschreibung internationaler Rennen Züchtern und Besitzern die Möglichkeit zu bieten, Leistungsvergleiche mit den Zuchtergebnissen anderer Trabernationen anzustellen. Sie erfüllen also mit der Durchführung von Trabrennveranstaltungen die wichtige Aufgabe, die Zucht des deutschen Trabers zu erhalten und zu fördern.

Aufgabe des Trabrennfahrers ist es, die ihm anvertrauten Traberpferde zu befähigen, sich den Leistungsprüfungen zu stellen. Er muss die Pferde einarbeiten, sie ständig beobachten, auf ihre naturgegebenen Verhaltensweisen und individuellen Eigenarten eingehen und ihre Fähigkeiten mit Sorgfalt entwickeln. Das erfordert ein erhebliches Maß an Wissen und Erfahrung, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein und nicht zuletzt viel taktisches Geschick, um im Rennen die Kräfte seines Pferdes voll zur Entfaltung bringen zu können.

 

Berufsbild:

Gegenstand der Berufsausbildung sind die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

Versorgen, Pflegen, Führen und Transportieren von Pferden.

Körperbau, Lebensvorgänge und Verhalten der Pferde.

Tiergesundheit und Tierhygiene.

Bewegen und Arbeiten von Pferden.

Fortpflanzung, Züchtung, Vererbung und Rassenkunde.

Futtermittel, ihre Gewinnung, Beschaffung und Verwendung.

Formen der Pferdehaltung sowie bauliche und technische Einrichtungen.

Einsetzen, Pflegen und Instandhalten von Maschinen, Geräten, Ausrüstung und Zubehör.

Kenntnisse der betrieblichen Zusammenhänge in der Ausbildungsstätte.

Kenntnisse der einschlägigen Rechtskunde.

Kenntnisse der Wirtschafts- und Sozialkunde.

Arbeitsschutz und Unfallverhütung.

Umweltschutz.

Trabrennfahrer ist ein harter Beruf. Für ihn gibt es kaum einen Sonn- und Feiertag. An Renntagen, aber auch bei Erkrankung eines Pferdes kann der Arbeitstag lang werden. Er muss im Sommer wie im Winter, bei Hitze und Kälte, bei Regen und Schnee mit seinen Pferden auf der Bahn arbeiten. Entschädigt wird er dafür durch die Erfolge, die er durch seine Arbeit mit den Traberpferden zu erreichen vermag.

Rechtssituation und Anerkennung als Ausbildungsberuf:
Seit dem 1. November 1975 ist die Ausbildung zum Pferdewirt staatlich anerkannt . Der Ausbildungsgang ist durch die "Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt vom 6.11.1975, geändert durch VO vom 20.7.1979", geregelt.

Die Zwischenprüfung

Sie soll nach dem ersten Ausbildungsjahr stattfinden. In der Ausbildungsordnung für Pferdewirte sind folgende Prüfungsaufgaben vorgesehen:

1. Fertigkeiten auf den Gebieten Füttern, Tränken, Pflegen, Führen und Vorstellen von Pferden,

2. Feststellen der Merkmale eines gesunden Pferdes,

3. Bewegen von Pferden, Reiten und Fahren,

4. Reinigen und Pflegen sowie Anlegen und Anpassen von Zaum, Sattel, Geschirr und Zubehör

 

1.Kenntnisse des Körperbaues und der Funktionen der Körperteile

2. Krankheitsanzeichen und Pferdekrankheiten

3. Grundlagen der Fütterungslehre

4. Aufstallungsformen und Raumbedarf

5. Arbeitsschutz und Unfallverhütung

 

Selbstverständlich müssen die Grundregeln für die Teilnahme an Trabrennen beherrscht werden.

Die Fahrprüfung

Zur Teilnahme an Rennen braucht der Auszubildende einen Fahrausweis für Auszubildende. Er kann ihn frühestens nach der Zwischenprüfung bei der für ihn zuständigen Aufsichtsorganisation beantragen. Da diese sich überzeugen muss, dass der Auszubildende die für die Teilnahme an Rennen erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse besitzt, um ihn selbst, die Übrigen Teilnehmer an Rennen und das Publikum vor einer Gefährdung zu bewahren, setzt sie eine Fahrprüfung an.

Um eine rennmässige Situation zu schaffen, werden die Bewerber zu dieser Prüfung in Gruppen zugelassen. Die Ausbildenden stellen das erforderliche Gespann. Bewertet werden:

Vollständige Anspannung

Erscheinen im vorgeschriebenen Dress

Ordnungsgemäßes Einfahren auf das Geläuf

Beachtung der Fahrregeln vor dem Start -Peitschenhaltung

Richtiges Verhalten am Start -Bänderstart

Der erste Start kann als Fehlstart ausgerufen werden. Nach ordnungsgemäßem Start wird rennmässig eine Bahnrunde gefahren, wobei der Bewerber beweisen soll, ob er sein Pferd schonend, aber dennoch auf Sieg fahren kann.

Nachdem die Fahrer ihre Pferde ausgespannt, abgeschirrt und versorgt haben, erfolgt eine Besprechung, in der zu den gezeigten Leistungen Stellung genommen wird. Dann wird festgestellt, wer den Antrag auf Erteilung eines Fahrausweises auf dem dafür vorgeschriebenen Formular an die Aufsichtsorganisation stellen darf, bzw. wer die Fahrprüfung noch einmal wiederholen muss. Es besteht die Möglichkeit, Zwischenprüfung und Fahrprüfung zusammenzulegen. Der Fahrausweis für Auszubildende berechtigt zur Teilnahme an Trabrennen, ausgenommen Amateurfahren, Gästefahren und Rennquintettrennen. Andererseits werden für Inhaber von Fahrausweisen für Auszubildende Lehrlingsfahren ausgeschrieben. Sie können sich an Nachwuchsfahren beteiligen. In den regionalen Aufsichtsbereichen werden Lehrlingsrennen bzw. Rennen für Nachwuchsfahrer veranstaltet, in denen die jeweils besten Nachwuchsfahrer in Nord-, West- und Süddeutschland ermittelt werden. Die besten Nachwuchsfahrer aus jeder Region treten dann zu einem Wettkampf an, bei dem in jedem Jahr der beste bundesdeutsche Lehrlingsfahrer ermittelt wird.

Die Berufsfahrerprüfung = Pferdewirtprüfung

In der praktischen Arbeit können die Fertigkeiten auf folgenden Gebieten geprüft werden:

Füttern, Tränken und Pflegen von Pferden

Beurteilen und Beschreiben von Pferden

Behandlung von Wunden (nach tierärztlicher Anweisung), Anlegen von Ver-

bänden, Hilfe beim Hufbeschlag

Arbeiten und Bewegen von Pferden

Pflegen und Ausbessern von Ausrüstung und Zubehör

Arbeitsschutz und Unfallverhütung

Die Kenntnisprüfung kann auf folgenden Gebieten erfolgen:

Pferdekrankheiten und ihre Bekämpfung

Pferdeausbildungs- und Trainingsmethoden

Fortpflanzung, Züchtung, Vererbung und Rassen

Fütterungslehre, Futtergewinnung und -verwendung

Stallformen, Stallklima und Haltungsformen

Betriebsorganisation, Betriebsfläche, Arbeitskräfte, Güter des Betriebes, Kosten wichtiger Güter des Betriebes

Fachrechnen

Rechtsfragen im Bereich der Pferdezucht und -haltung sowie im Pferdesport

Wirtschafts- und Sozialkunde

Umweltbelastungen und Umweltschutz

Die schriftlichen Arbeiten können aus jedem der angeführten Gebiete ausgewählt werden. Fertigkeiten und Kenntnisse werden in den 4 Fachrichtungen natürlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten geprüft, d. h. bei Prüfungen in der Fachrichtung Trabrennfahren wird den Fragen der Fahrkunde, der Beschirrung, des Hufbeschlags und auf dem Gebiet der Rechtskunde den Fragen nach der Satzung und den Ordnungen besonderes Gewicht beigemessen.

Für den Schwerpunkt Trabrennfahren hat man im Bereich der C TB dafür folgende Prüfungsfächer zusammengestellt:

Pferdebeschreibung, -beurteilung Pferdezucht

Anatomie und Pferdekrankheiten Pferdehaltung

Pflege, Haltung, Hufpflege Pferdefütterung

Beschirrungslehre Trainingsmethoden

Rechtsfragen, Rennordnung Fahrerprüfung

Sozialkunde, Staatsbürgerkunde Fachrechnen

Die Pferdewirtschaftsmeisterprüfung im Teilbereich Trabrenntraining

Der Bewerber muss bei der zuständigen Stelle -in den süddeutschen Bundesländern bei dem zuständigen Landwirtschaftsministerium, in Westdeutschland und in Niedersachsen bei der zuständigen Landwirtschaftskammer, in Harnburg und Schleswig-Holstein beim Hauptausschuss für Landwirtschaft und Gartenbau in Harnburg einen Antrag auf Zulassung zur Meisterprüfung stellen. Ist der Bewerber Berufsfahrer, muss er im Besitz eines gültigen Berufsfahrerausweises sein und eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit nachweisen können.

Grundsätzlich hat er diese nachgewiesen, wenn er innerhalb der 3 Jahre mindestens 30 Siege in Trabrennen erzielt hat.

Voraussetzung für die Zulassung eines Amateurs zur Meisterprüfung ist der Besitz eines gültigen Amateurfahrerausweises und der Nachweis von 80 Siegen auf A- oder B-Bahnen.

Die Inhalte der Prüfung sind in der "Verordnung über die Anforderungen in der Meisterprüfung für den Beruf Pferdewirt und über die Anerkennung von Prüfungen zum Nachweis der fachlichen Eignung für die Berufsausbildung zum Pferdewirt" angegeben.

Berufsaussichten :

1979 waren nach der Jahresstatistik des HVT in der Bundesrepublik Deutschland rund 200 Trabertrainer tätig und es gab etwa 70 Lehrlingsfahrer.

Die Amateurfahrerprüfung

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Zulassung zur Amateurfahrerprüfung sind nach § 24 der TRO:

1. Der Bewerber muss das 16. Lebensjahr vollendet haben.

2. Er muss im Alleinbesitz eines in das Besitzerregister des HVT eingetragenen startberechtigten Pferdes sein oder sein Ehegatte, seine Kinder oder Eltern müssen im Allein- oder Mitbesitz eines solchen Pferdes sein. Mit diesem Pferd darf aber nur ein Bewerber einen Antrag auf Ausstellung eines Amateurfahrerausweises stellen.

Nach bestandener Prüfung erhält der Amateurfahrer auf Antrag bei der zuständigen AO für 18 Monate einen vorläufigen Fahrausweis. Dieser Ausweis berechtigt zur probeweisen Teilnahme an Amateurrennen. Der Ausweis wird nicht erteilt, wenn der Antragsteller innerhalb der letzten 3 Jahre eine Berufsausbildung im Pferdesport absolviert oder Pferdepflege im Pferdesport gegen Lohn betrieben hat oder wenn er innerhalb der letzten 10 Jahre Berufsfahrer oder Trainer war.

Nach den vom HVT erlassenen Durchführungsbestimmungen zur Trabrennordnung kann ein Amateurfahrer, der im Besitz eines gültigen Fahrausweises ist und 80 Siege auf A- oder B-Bahnen nachweisen kann, sich um die Zulassung zur Trainerprüfung bewerben.

Informationen über diese Schwerpunkte erhalten sie beim:

Hauptverband für Traber-Zucht und Rennen e.V.
Gutenbergstraße 40
41564 Kaarst
Telefon: 02131 / 98570

Auszug aus Traben, Ein Handbuch für den Trabrennfahrer, Dr. Hans H. Schröder

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Stand: 21.03.2002